Anreise über Brenner & Pustertal: die beste Reisezeit für die Dolomiten
Die Saison in den Dolomiten richtet sich nach dem Schnee. Die großen Hochpässe — Pordoi, Sella, Gardena, Falzarego, Giau und die übrigen Übergänge über 2.000 Meter — sind in der Regel von Juni bis Oktober offen und schneefrei. Ein fester Stichtag existiert nicht: In schneereichen Jahren bleiben einzelne Pässe bis in den Juni gesperrt, und ein früher Wintereinbruch kann sie ab Oktober wieder verschließen. Der zuverlässige Kern der Saison liegt im Hochsommer, also Juli bis September — was zugleich die Zeit mit dem dichtesten Verkehr ist. Wer mehr freie Strecke will, fährt im Juni oder im Spätseptember und nimmt dafür wechselhaftes Wetter und einzelne noch oder schon gesperrte Übergänge in Kauf. In der Übergangszeit entscheidet die Schneelage des Jahres darüber, welche Pässe befahrbar sind, nicht der Kalender.

Innerhalb der Saison entscheidet der Wochentag über das Verkehrsaufkommen. An Wochenenden und in den deutschen, österreichischen und italienischen Schulferien sind die Pässe am vollsten. Wer kann, legt die Touren auf Werktage — dienstags bis donnerstags ist es spürbar ruhiger als am Wochenende.
Genauso wichtig wie der Wochentag ist die Tageszeit. An warmen Sommertagen bilden sich in den Hochlagen verlässlich am Nachmittag Wärmegewitter — deshalb gehören die Hochpässe in den Vormittag: Bis Mittag ist die Wetterlage meist stabil, die Straßen sind leer, und das flache Licht steht günstig auf den Wänden. Ab Mittag steigen Verkehrsaufkommen und Gewitterrisiko gemeinsam an, und der Nachmittag ist die Zeit für Museen, Stollen und Talorte.
Zur Maut: Die klassischen Dolomitenpässe selbst sind gebührenfrei. Italien kennt kein Vignettensystem wie Österreich oder die Schweiz — auf den italienischen Autobahnen zahlt man stattdessen streckenabhängig, indem man bei der Auffahrt ein Ticket zieht und bei der Abfahrt zahlt. Maut fällt also nur auf der Anfahrt über die Autobahn an sowie auf einzelnen mautpflichtigen Stichstraßen in den Bergen, allen voran die Drei-Zinnen-Straße zur Auronzohütte (rund 26 Euro Motorrad / 40 Euro Pkw nach Angaben für 2025, reservierungspflichtig).

Die klassische Anreise aus dem Norden führt über den Brenner und die italienische Brennerautobahn A22 Richtung Bozen. Die A22 ist streckenmautpflichtig; die Tarife sind zum 1. Januar 2026 um rund 1,46 Prozent gestiegen. Auf österreichischer Seite kommen zusätzlich die ASFINAG-Vignette und die gesonderte Brenner-Streckenmaut der A13 hinzu — für die Anreise über den Brenner fallen also drei getrennte Mautvorgänge an: österreichische Vignette, österreichische Brenner-Sondermaut und italienische A22-Streckenmaut. Die ASFINAG-Tagesvignette für Motorräder liegt 2026 bei rund 3,80 Euro. Von der A22 verlässt man die Autobahn üblicherweise bei Bozen oder Brixen und fährt durch die Täler in die Berge.
Wer von Osten kommt oder direkt ins Herz der Region will, nutzt das Pustertal entlang der SS49 (Pustertaler Straße), die von Brixen über Bruneck und Toblach Richtung Cortina führt und die nördlichen Dolomitentäler erschließt — der naheliegende Weg zum Pragser Wildsee, ins Gadertal und zu den Drei Zinnen. Über welche Route auch immer: Eine Ankunft am Vormittag bringt leere Pässe und den ganzen Tag für die erste Runde.