
21 Dolomitenpässe an einem Tag
Früh raus, heißt das Motto dieser Tour, die man hinsichtlich der Passdichte so nur in den Dolomiten fahren kann.
Dolomiten
Strecken-Achsen und fertige Touren mit GPX-Route – alles zum Fahren.
Sechs Runden, jede mit Karte zum Nachfahren.

Früh raus, heißt das Motto dieser Tour, die man hinsichtlich der Passdichte so nur in den Dolomiten fahren kann.

Traumstrecke nach Trieste. Man kann es drehen, wie man will: Alpenüberquerungen mit dem Motorrad gehören zu den ganz großen Touren auf unserem Planeten.

Wenn man auf der Suche nach engen, technisch anspruchsvollen Kurven an Bergpässen mit Panoramablick ist, dann kann fast nichts mit den italienischen Dolomiten mithalten.

Dolomiten ohne die Pässe der Sella-Runde, ohne Sellajoch, Pordoi, Campolongo, Valparolo, Falzarego oder das Grödnerjoch? Geht das überhaupt?

Zwischen Sterzing (da findet sich nahe der Brennerautobahn - Hinweise Jaufenpass ab Abfahrt Sterzing beachten - auch der Startpunkt dieser Traumrunde) und Sankt Leonhard verläuft die herrlich gelegene Teerpiste des Jaufenpasses.

Wer auf der Autobahn von Bozen nach Trento fährt, der ahnt sicher nicht, was es dort für traumhafte kleine Nebenstraßen gibt. Die Redaktion hat diese für Sie entdeckt!
Der Klassiker und der ideale Einstieg. Die rund 50 bis 55 Kilometer lange Runde um den Sellastock führt über vier Pässe: Grödnerjoch, Campolongo, Pordoijoch und Sellajoch. Reine Fahrzeit etwa eine Stunde, mit Pausen ein gemütlicher Halbtag. Start zum Beispiel in Corvara im Uhrzeigersinn. Einkehr auf jeder Passhöhe, besonders eindrucksvoll am Pordoi- und Sellajoch mit Blick auf Sellastock und Langkofel. Highlight: die geschlossene Kehrenfolge und das Gefühl, in einer Stunde vier Zweitausender mitzunehmen. Weil die Runde kurz ist, bleibt Zeit, sie in beide Richtungen oder mit Abstechern zu fahren. Das für den 1. September 2026 angekündigte Durchfahrtsverbot am Grödner Joch kommt vorerst nicht: Die Südtiroler Landesverwaltung hat es Mitte August 2026 zurückgezogen und durch eine rein digitale Erhebung ersetzt, die ohne Fahrverbot und ohne Strafen abläuft.
Die historische Panoramastraße von Bozen nach Cortina d'Ampezzo, 1909 eröffnet, rund 110 Kilometer lang. Sie überquert drei große Pässe: den Karerpass (mit dem Karersee), das Pordoijoch als höchsten Punkt der Strecke und den Falzaregopass, bevor sie in Cortina endet. Rechnet man Hin- und Rückweg oder eine Schleife, kommt schnell ein voller Tag zusammen. Einkehr unterwegs in Canazei, Arabba und auf den Passhöhen. Highlight: der Karersee kurz vor dem Karerpass und die freie Hochlage am Pordoi. Diese Strecke verbindet die schönsten Abschnitte der Region zu einer durchgehenden Linie.
Eine Runde in den Osten der Dolomiten, ins Pustertal und zu den Drei Zinnen. Von Cortina oder dem Pustertal über Misurina und die mautpflichtige Stichstraße hinauf zur Auronzohütte auf rund 2.333 m. Die Maut zur Drei-Zinnen-Straße liegt nach Angaben für 2025 bei rund 26 Euro für Motorräder (40 Euro Pkw), inklusive Parken an der Auronzohütte für zwölf Stunden; die Zufahrt ist reservierungspflichtig und nur online buchbar, mit Angabe des Kennzeichens. Die Straße ist etwa sechs Kilometer lang und in der Regel von Ende Mai bis Ende Oktober befahrbar. Highlight: der Blick auf die drei berühmtesten Felstürme der Alpen und der Misurinasee am Talgrund. Wer mag, ergänzt einen kurzen Spaziergang an der Auronzohütte.
Die fahrerisch anspruchsvollste Runde der Woche, rund um Cortina d'Ampezzo über den Passo Giau (rund 2.236 m) und den Falzaregopass (rund 2.105 m). Der Giau gilt mit seiner dichten Kehrenfolge und der freien Hochlage als einer der schönsten und herausforderndsten Pässe der Alpen — enger und steiler als die Sella-Ronda-Pässe, also volle Konzentration. Am Falzarego lohnt der Stopp am Freilichtmuseum Lagazuoi und der Seilbahn. Einkehr auf beiden Passhöhen. Highlight: die Kehren des Giau und die Kriegsgeschichte am Lagazuoi an einem Tag.
Der Höhepunkt im wörtlichen Sinn. Eine Runde an den Fuß der Marmolada (3.343 m), des höchsten Bergs der Dolomiten, über den Fedaiapass und den Stausee zu seinen Füßen. Von Canazei führt die Straße hinauf zum Fedaiasee mit dem freien Blick auf die Gletscherwand der Marmolada. Die Runde lässt sich gut mit dem Pordoijoch und einem Abschnitt der Sella Ronda zu einem vollen Tag verbinden. Einkehr am Fedaiasee und in Canazei. Highlight: der Anblick des einzigen größeren Gletschers der Dolomiten und das Hochgebirgspanorama der „Königin der Dolomiten".




Das Besondere an der Sellaronda ist nicht ein einzelner Pass, sondern die geschlossene Schleife: Vier Übergänge reihen sich auf rund 50 Kilometern so aneinander, dass man am Ausgangsort wieder herauskommt, ohne eine Strecke doppelt zu fahren. Ein Rundkurs aus vier Hochpässen um ein einziges Massiv ist in den Alpen die Ausnahme — und genau das macht ihn zum meistbefahrenen Motorrad-Ziel der Dolomiten.
Fahren lässt sich die Runde im wie gegen den Uhrzeigersinn. Eine „richtige" Richtung gibt es nicht; sie entscheidet nur, welchen Pass man hinauf- und welchen man hinabfährt und auf welcher Talseite die Sonne steht. Wer sich einmal für eine Drehrichtung entscheidet und dabei bleibt, bleibt auch im Rhythmus der Kehren, statt an jeder Talkreuzung neu zu überlegen.
Weil die Sellaronda als Pflichtprogramm ausgeschildert ist und in jedem Reiseführer steht, sammelt sie im Hochsommer den gesamten Verkehr der Region: Rennradgruppen an den Anstiegen, Wohnmobile, Reisebusse und große Motorradpulks. Ab dem Vormittag stauen sich die Kehren, und das Überholen von Radfahrern in unübersichtlichen Bergaufkurven ist die größte Gefahrenquelle — mehr als Belag oder Höhe. Wer früh am Morgen startet oder die Runde in die Rand-Monate Juni und September legt, hat dieselben Pässe fast für sich.
Die durchgehende Verbindung von Bozen nach Cortina d'Ampezzo trägt die Nummer SS48, offiziell Strada Statale 48 delle Dolomiti. Sie ist keine gewachsene Saumstraße, sondern eine der ersten eigens für den Reiseverkehr angelegten Gebirgsstraßen der Alpen: unter österreichisch-ungarischer Herrschaft geplant und 1909 eröffnet, um Kutschen und die ersten Automobile über Karerpass, Pordoi und Falzarego zu führen. Wenige Jahre später verlief mitten durch diese Landschaft die Dolomitenfront des Ersten Weltkriegs.

Für Motorradfahrer ist die Herkunft bis heute spürbar: Weil die Straße von Anfang an fürs Fahren gebaut wurde, sind die Steigungen gleichmäßig geführt und die Kurven fließen, statt in improvisierten Rampen zu treten. Auf rund 110 Kilometern reiht die SS48 die großen Ausblicke der Region auf und bildet das Rückgrat, an das sich Sellaronda und Seitentäler anhängen — die ideale erste Tour, um das Gebirge kennenzulernen.
Als Staatsstraße ist die Achse selbst durchgehend mautfrei; Gebühren fallen in den Dolomiten nur auf einzelnen privaten Panoramastraßen an. Kosten verursacht allein die Anfahrt von weiter her: Auf Italiens Autobahnen wird streckenabhängige Pedaggio-Maut erhoben, während die Pässe selbst frei bleiben.
Öffnungszeit veraltet, Straße gesperrt, Name falsch geschrieben — schreib es hier rein.