
Belluneser Dolomiten
Belluneser Dolomiten: Auch diese Tour startet im Grödner Tal.
Dolomiten
Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.
Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Belluneser Dolomiten: Auch diese Tour startet im Grödner Tal.

Wer im Hochsommer in den Dolomiten weilt und dem dann auf der Sella Ronda zu viel los ist, dem sei die hier vorgestellte Marmolada Ronda als Alternative wärmstens empfohlen.

Die Pässe der Dolomiten standen auch dieses Jahr wieder im Mittelpunkt des M&R-Lesertreffens im Grödnertal.

Abseits der Sellarunde gibt es Strecken, auf denen man nahezu allein unterwegs sein kann. Eine solche kleine, feine Tour rund um die Plose, nördlich des Grödnertals, möchten wir euch näherbringen.

Ziel dieses Tourentipps in den Dolomiten ist das Gebirgsmassiv des Monte Grappa mit beeindruckenden Ein- und Ausblicken.

Aus An- und Rückreise des M&R Lesertreffens ‘08 machten Rudi Malis & Frank Klose eine ganz eigene Traumtour, die über Schwarzwaldhöhen und durch die Zentralalpen führt.

Das Besondere an der Sellaronda ist nicht ein einzelner Pass, sondern die geschlossene Schleife: Vier Übergänge reihen sich auf rund 50 Kilometern so aneinander, dass man am Ausgangsort wieder herauskommt, ohne eine Strecke doppelt zu fahren. Ein Rundkurs aus vier Hochpässen um ein einziges Massiv ist in den Alpen die Ausnahme — und genau das macht ihn zum meistbefahrenen Motorrad-Ziel der Dolomiten.
Fahren lässt sich die Runde im wie gegen den Uhrzeigersinn. Eine „richtige" Richtung gibt es nicht; sie entscheidet nur, welchen Pass man hinauf- und welchen man hinabfährt und auf welcher Talseite die Sonne steht. Wer sich einmal für eine Drehrichtung entscheidet und dabei bleibt, bleibt auch im Rhythmus der Kehren, statt an jeder Talkreuzung neu zu überlegen.
Weil die Sellaronda als Pflichtprogramm ausgeschildert ist und in jedem Reiseführer steht, sammelt sie im Hochsommer den gesamten Verkehr der Region: Rennradgruppen an den Anstiegen, Wohnmobile, Reisebusse und große Motorradpulks. Ab dem Vormittag stauen sich die Kehren, und das Überholen von Radfahrern in unübersichtlichen Bergaufkurven ist die größte Gefahrenquelle — mehr als Belag oder Höhe. Wer früh am Morgen startet oder die Runde in die Rand-Monate Juni und September legt, hat dieselben Pässe fast für sich.
An einzelnen Sommertagen wird die komplette Sellaronda für Motorfahrzeuge gesperrt: Bei den jährlichen autofreien Aktionstagen dürfen die vier Pässe über ein festes Zeitfenster hinweg nur mit dem Rad befahren werden. Für Motorräder gibt es keine Ausnahme — an diesen Tagen kommt man schlicht nicht über die Sella-Übergänge.

Die Termine wechseln von Jahr zu Jahr, liegen meist auf einzelnen Samstagen im Sommer und stehen erst im Frühjahr fest. Konkrete Daten deshalb immer kurz vor der Reise prüfen und sich nicht auf Erfahrungswerte aus dem Vorjahr verlassen. Ähnliche Aktionstage betreffen an anderen Terminen auch weitere Passgruppen der Dolomiten.
Für die Planung ist das kein Ärgernis, sondern eine Gelegenheit: Fällt die Anreise auf einen Sperrtag, verlegt man die Sella-Runde um einen Tag und fährt stattdessen ein anderes Revier, zum Beispiel:
So verliert man keinen Fahrtag und weicht dem Andrang ganz bewusst aus.
Die durchgehende Verbindung von Bozen nach Cortina d'Ampezzo trägt die Nummer SS48, offiziell Strada Statale 48 delle Dolomiti. Sie ist keine gewachsene Saumstraße, sondern eine der ersten eigens für den Reiseverkehr angelegten Gebirgsstraßen der Alpen: unter österreichisch-ungarischer Herrschaft geplant und 1909 eröffnet, um Kutschen und die ersten Automobile über Karerpass, Pordoi und Falzarego zu führen. Wenige Jahre später verlief mitten durch diese Landschaft die Dolomitenfront des Ersten Weltkriegs.
Für Motorradfahrer ist die Herkunft bis heute spürbar: Weil die Straße von Anfang an fürs Fahren gebaut wurde, sind die Steigungen gleichmäßig geführt und die Kurven fließen, statt in improvisierten Rampen zu treten. Auf rund 110 Kilometern reiht die SS48 die großen Ausblicke der Region auf und bildet das Rückgrat, an das sich Sellaronda und Seitentäler anhängen — die ideale erste Tour, um das Gebirge kennenzulernen.
Als Staatsstraße ist die Achse selbst durchgehend mautfrei; Gebühren fallen in den Dolomiten nur auf einzelnen privaten Panoramastraßen an. Kosten verursacht allein die Anfahrt von weiter her: Auf Italiens Autobahnen wird streckenabhängige Pedaggio-Maut erhoben, während die Pässe selbst frei bleiben.
Der Klassiker und der ideale Einstieg. Die rund 50 bis 55 Kilometer lange Runde um den Sellastock führt über vier Pässe: Grödnerjoch, Campolongo, Pordoijoch und Sellajoch. Reine Fahrzeit etwa eine Stunde, mit Pausen ein gemütlicher Halbtag. Start zum Beispiel in Corvara im Uhrzeigersinn. Einkehr auf jeder Passhöhe, besonders eindrucksvoll am Pordoi- und Sellajoch mit Blick auf Sellastock und Langkofel. Highlight: die geschlossene Kehrenfolge und das Gefühl, in einer Stunde vier Zweitausender mitzunehmen. Weil die Runde kurz ist, bleibt Zeit, sie in beide Richtungen oder mit Abstechern zu fahren.
Die historische Panoramastraße von Bozen nach Cortina d'Ampezzo, 1909 eröffnet, rund 110 Kilometer lang. Sie überquert drei große Pässe: den Karerpass (mit dem Karersee), das Pordoijoch als höchsten Punkt der Strecke und den Falzaregopass, bevor sie in Cortina endet. Rechnet man Hin- und Rückweg oder eine Schleife, kommt schnell ein voller Tag zusammen. Einkehr unterwegs in Canazei, Arabba und auf den Passhöhen. Highlight: der Karersee kurz vor dem Karerpass und die freie Hochlage am Pordoi. Diese Strecke verbindet die schönsten Abschnitte der Region zu einer durchgehenden Linie.
Eine Runde in den Osten der Dolomiten, ins Pustertal und zu den Drei Zinnen. Von Cortina oder dem Pustertal über Misurina und die mautpflichtige Stichstraße hinauf zur Auronzohütte auf rund 2.333 m. Die Maut zur Drei-Zinnen-Straße liegt nach Angaben für 2025 bei rund 26 Euro für Motorräder (40 Euro Pkw), inklusive Parken an der Auronzohütte für zwölf Stunden; die Zufahrt ist reservierungspflichtig und nur online buchbar, mit Angabe des Kennzeichens. Die Straße ist etwa sechs Kilometer lang und in der Regel von Ende Mai bis Ende Oktober befahrbar. Highlight: der Blick auf die drei berühmtesten Felstürme der Alpen und der Misurinasee am Talgrund. Wer mag, ergänzt einen kurzen Spaziergang an der Auronzohütte.
Die fahrerisch anspruchsvollste Runde der Woche, rund um Cortina d'Ampezzo über den Passo Giau (rund 2.236 m) und den Falzaregopass (rund 2.105 m). Der Giau gilt mit seiner dichten Kehrenfolge und der freien Hochlage als einer der schönsten und herausforderndsten Pässe der Alpen — enger und steiler als die Sella-Ronda-Pässe, also volle Konzentration. Am Falzarego lohnt der Stopp am Freilichtmuseum Lagazuoi und der Seilbahn. Einkehr auf beiden Passhöhen. Highlight: die Kehren des Giau und die Kriegsgeschichte am Lagazuoi an einem Tag.
Der Höhepunkt im wörtlichen Sinn. Eine Runde an den Fuß der Marmolada (3.343 m), des höchsten Bergs der Dolomiten, über den Fedaiapass und den Stausee zu seinen Füßen. Von Canazei führt die Straße hinauf zum Fedaiasee mit dem freien Blick auf die Gletscherwand der Marmolada. Die Runde lässt sich gut mit dem Pordoijoch und einem Abschnitt der Sella Ronda zu einem vollen Tag verbinden. Einkehr am Fedaiasee und in Canazei. Highlight: der Anblick des einzigen größeren Gletschers der Dolomiten und das Hochgebirgspanorama der „Königin der Dolomiten".
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