Aktuell gesperrt
| Strecke / Stelle | Was & warum | Bis wann |
|---|---|---|
| SS243 Grödner Joch, Wolkenstein – Corvara | Ab 1. September 2026 läuft eine Pilotphase mit Durchfahrtsverbot für alle motorisierten Fahrzeuge; ausgenommen sind Anlieger, Übernachtungsgäste am Pass und Lieferanten. Über eine dauerhafte saisonale Sperre von Mai bis Oktober ab 2027 muss die Südtiroler Landesregierung noch entscheiden. | Pilotphase ab 1. September 2026 |
| Sellarunde: Sellajoch, Grödner Joch, Pordoijoch und Campolongopass | Zum Sellaronda Bike Day sind die vier Sellapässe von 9 bis 16 Uhr komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt und Radfahrern vorbehalten. Der Termin fällt jedes Jahr auf zwei Samstage, 2026 auf den 12. September, 2027 auf den 5. Juni. | an zwei Samstagen im Jahr, 9–16 Uhr |
| Falzaregopass, Valparolapass und Campolongopass | Für den Dolomites Bike Day werden die drei Pässe jedes Jahr an einem Samstag im Juni für den motorisierten Verkehr gesperrt, 2026 am 20. Juni von 9 bis 15 Uhr; erste Verkehrsbeschränkungen gelten ab 8.30 Uhr. | ein Samstag im Juni, 9–15 Uhr |
| Passo Giau, Falzaregopass und Valparolapass | Für den Radmarathon Maratona dles Dolomites am ersten Julisonntag werden die Streckenpässe vom frühen Morgen bis zum frühen Nachmittag gesperrt. 2026 fällt das Rennen auf den 5. Juli. | erster Sonntag im Juli, vormittags |
Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.
Streckenzustand in den Dolomiten: Verkehr, Passbelag und Wintersperre
Die Dolomiten sind kein Geheimtipp mehr, und genau das prägt die Fahrpraxis. Auf engem Raum drängt sich hier eine der dichtesten Passlandschaften der Alpen zusammen, und an einem schönen Sommertag teilt man die Kehren mit Reisebussen, Wohnmobilen, Pulks von Rennradfahrern und einer beträchtlichen Zahl anderer Motorräder. Wer das einkalkuliert, fährt entspannt. Wer auf freie Strecke hofft, wird im Juli und August enttäuscht.

Das Rückgrat der Region bilden die großen Pässe rund um die Sellagruppe. Das Pordoijoch (italienisch Passo Pordoi, 2.239 m) verbindet Arabba im Buchensteintal mit Canazei im Fassatal und ist mit seiner kompromisslosen Kehrenfolge der bekannteste Pass der Dolomiten. Die Abfahrt nach Arabba zählt 33 Kehren. Direkt benachbart liegt das Sellajoch (Passo Sella, je nach Quelle rund 2.218 bis 2.244 m), das das Grödnertal mit Canazei im Fassatal verbindet und den freien Blick auf die Felstürme des Sellastocks und den Langkofel öffnet. Das Grödnerjoch (Passo Gardena, rund 2.121 m) führt von Wolkenstein hinüber nach Corvara, und der niedrige, aber landschaftlich starke Campolongo-Pass (rund 1.875 m) schließt die Runde zwischen Corvara und Arabba.
Diese vier Pässe bilden zusammen die Sella Ronda, eine knapp über 50 Kilometer lange Runde einmal um das Sellamassiv, von der drei Übergänge über 2.000 Meter liegen. Die reine Fahrzeit ohne Pausen liegt bei etwa einer Stunde — in der Praxis dauert die Runde wegen Verkehr und Fotostopps deutlich länger. Ein üblicher Startpunkt ist Corvara; gefahren wird in beiden Richtungen, wobei die Fahrtrichtung über Sichtweiten in den Kehren und über den Sonnenstand entscheidet. Weil alle vier Pässe sehr gut ausgebaut und vielbefahren sind, ist die Sella Ronda der passende Einstieg, bevor es an die anspruchsvolleren Übergänge geht.
Östlich davon liegen die beiden fahrerisch reizvollsten Übergänge der Region: der Falzaregopass (Passo di Falzarego, rund 2.105 m) zwischen Andraz und Cortina d'Ampezzo und vor allem der Passo Giau (rund 2.236 m), der mit seiner Kehrendichte und der freien Hochlage als einer der schönsten Pässe der Alpen gilt. Der Giau ist enger und steiler als die Sella-Ronda-Pässe und verlangt mehr Konzentration. Im Westen rundet der Karerpass (Passo di Costalunga, 1.745 m) zwischen Rosengarten und Latemar das Bild ab — niedriger, waldreicher, mit dem berühmten Karersee kurz unterhalb der Passhöhe.

Zum Streckenzustand: Die Hauptpässe sind durchweg gut bis sehr gut asphaltiert, breit ausgebaut und werden laufend instand gehalten. Trotzdem gilt Vorsicht. In Tunneln, an schattigen Nordhängen und früh am Morgen kann Restnässe oder Splitt liegen. Nach Gewittern spülen Bäche gern Geröll auf die Fahrbahn. Und der häufigste Konfliktpunkt sind nicht Schlaglöcher, sondern Verkehr: Reisebusse, die in engen Kehren die Gegenfahrbahn brauchen, langsame Wohnmobile auf den Steigungen und Rennradfahrer, die in dichten Gruppen unterwegs sind. Defensiv überholen, in Kehren nie blind in die Gegenspur ziehen und damit rechnen, dass hinter jeder Kurve ein stehendes Fahrzeug auftauchen kann.
Außerhalb der Saison sind die Hochpässe gesperrt: Schnee kann die Übergänge bis weit in den Frühsommer und ab Oktober wieder verschließen. Verlässlich offen sind die großen Pässe in der Regel von Juni bis Oktober. Einen festen Stichtag gibt es nicht — im Mai und im späten Oktober entscheidet die Schneelage des jeweiligen Jahres über jeden einzelnen Übergang.
Verkehrsregeln für Italien: Tempolimits, Maut & Lichtpflicht
Auf italienischen Straßen gelten klar gestaffelte Tempolimits, die man als Motorradfahrer kennen sollte. Innerorts sind 50 km/h erlaubt, auf Landstraßen 90 km/h, auf Schnellstraßen (strada extraurbana principale) 110 km/h und auf der Autobahn (autostrada) 130 km/h. Bei Nässe sind die oberen Grenzen reduziert: auf der Autobahn auf 110 km/h, auf Schnellstraßen auf 90 km/h. In den Dolomitentälern bewegt man sich ohnehin meist innerorts oder auf Landstraßen.
Weitere wichtige Punkte:
- Autobahn-Maut (Pedaggio): Italien kennt kein Vignettensystem — auf der Autobahn zieht man bei der Auffahrt ein Ticket und zahlt bei der Abfahrt streckenabhängig, bar oder per Karte. Die klassischen Dolomitenpässe sind mautfrei; einzelne private Panorama- und Bergstraßen (etwa die Drei-Zinnen-Straße) kosten jedoch gesondert.
- Abblendlicht-Pflicht: Außerorts ist auch tagsüber das Abblendlicht vorgeschrieben — für Motorräder ohnehin selbstverständlich.
- Promillegrenze: Es gilt 0,5 Promille. Für Fahranfänger in den ersten drei Jahren sowie für Fahrer unter 21 Jahren gilt die absolute Grenze von 0,0 Promille.
- Lärm und Wochenend-Beschränkungen: An einzelnen Dolomitenpässen wird seit Jahren über Motorradlärm gestritten, vereinzelt gibt es befristete Beschränkungen an Wochenenden. In der Hauptsaison stehen entsprechende Hinweisschilder an den Zufahrten.