Welches Tal sich als Standort für die Sellarunde eignet

Das Sella-Massiv bildet die Mitte der Dolomiten, und rundherum liegen die Talorte, die als Quartier in Frage kommen. Im Grödental verteilen sich die Häuser auf St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein, die am Fuß des Grödnerjochs sitzen. Corvara und Colfosco in Alta Badia decken Grödnerjoch und Campolongopass gleichermaßen ab, Canazei im Fassatal liegt zwischen Sellajoch und Pordoijoch, Arabba klemmt zwischen Pordoi und Campolongo. Von jedem dieser Orte erreichen Sie die vier Pässe der Sellarunde — Sellajoch, Grödnerjoch, Campolongo, Pordoijoch — in wenigen Minuten. Wer zusätzlich die Große Dolomitenstraße von Bozen nach Cortina d'Ampezzo mitnehmen will, wohnt günstiger im Westen nahe dem Karerpass oder gleich in Cortina d'Ampezzo im Osten. Cortina liegt mit rund 1.200 Metern tiefer als die Passorte und taugt als Basis für Falzarego-, Giau- und Tre-Croci-Pass. Die höher gelegenen Orte wie Wolkenstein, Corvara und Arabba liegen um 1.500 bis 1.600 Meter — das Motorrad steht also schon am Abend auf Höhe, und der erste Anstieg beginnt vor der Haustür.
Was die ladinischen Täler als Quartier ausmacht

Gröden, Alta Badia und das Fassatal sind ladinische Täler: neben Deutsch und Italienisch wird dort Ladinisch gesprochen, und viele Orte tragen drei Namensformen — Wolkenstein heißt italienisch Selva, ladinisch Sëlva. Für die Reservierung reicht Deutsch in Südtirol problemlos, im Trentino rund um Canazei ist Italienisch die erste Sprache. Der Bestand ist stark von gehobenen Berghotels und Chalets geprägt, oft mit Wellnessbereich und abschließbarer Garage; die Region lebt vom Winter- und Wandertourismus, entsprechend hoch sind Niveau und Preis. Wichtiger als in tieferen Mittelgebirgen ist hier das Saisonfenster: Die hohen Pässe rund um die Sella sind meist von Mai bis in den Oktober offen, doch früh oder spät im Jahr kann Neuschnee einzelne Übergänge kurzfristig sperren. Wer im Juni oder Oktober bucht, sollte die Passöffnung vorab prüfen und ein Tal wählen, das auch bei einer gesperrten Rampe erreichbar bleibt. Ein Planungspunkt eigener Art: An einzelnen Sommertagen ist das Sellajoch für den Kfz-Verkehr gesperrt — dann fällt eine Seite der Runde aus, und ein Quartier mit mehreren Anfahrtsoptionen zahlt sich aus.
Ein Tal als Basislager für mehrere Passgruppen

Die Dolomiten belohnen das feste Quartier. Weil die Pässe dicht beieinander liegen, deckt ein einziger Standort mehrere Passgruppen ab, ohne dass Sie das Gepäck umpacken. Von Corvara aus fahren Sie morgens die Sellarunde und nachmittags über den Campolongo nach Arabba weiter zum Pordoi oder über den Falzarego Richtung Cortina — alles als Tagesschleife zurück ins selbe Bett. Canazei im Fassatal öffnet neben der Sella auch den Karerpass und die Fedaia-Straße an der Marmolata. Cortina d'Ampezzo im Osten verbindet Falzarego, Giau, Tre Croci und den Weg zu den Drei Zinnen. Ein Basislager erspart die tägliche Passüberquerung mit vollem Koffer und macht die Höhenlage zum Vorteil: Sie starten bereits oben und rollen ohne lange Anfahrt in die erste Kehre. Für eine Woche Dolomiten genügt meist ein gut gewähltes Tal statt drei Hotelwechseln — das spart Zeit, schont die Nerven im Feierabendverkehr der Passorte und lässt die Abende auf der Hotelterrasse länger werden.

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